Schulaustausch2020-03-05T21:03:29+00:00

Schulaustausch

Internationale Schüleraustauschprogramme haben im Rahmen des schulischen Spracherwerbs eine herausragende Bedeutung. Sie ermöglichen die Anwendung und Erprobung des Erlernten im Land der Zielsprache und in direktem Kontakt mit Muttersprachlern. Sie geben tiefere Einblicke in Alltag und Kultur des anderen Landes. Durch die direkte Begegnung kann sich ein tieferes Verständnis für den Anderen und seine Kultur entfalten, können am Ende gar eigene Wertvorstellungen und Meinungen kritisch hinterfragt, revidiert oder aber gefestigt werden.

Russland-Austausch

Seit 1988 unterhält die Herderschule partnerschaftliche, inzwischen eher als freundschaftlich zu bezeichnende Verbindungen zur Schule Nr. 43, der Puschkinschule in Jaroslawl. Die Puschkinschule bietet als einzige Schule in Jaroslawl Deutsch als erste Fremdsprache an und hat sich durch ihre hervorragende Arbeit in diesem wie auch in anderen Bereichen einen sehr guten Ruf in der Stadt erarbeitet.

Die Verbindung zwischen beiden Schulen wird als Schüleraustausch gepflegt. Abwechselnd besucht eine Gruppe aus Jaroslawl die Herderschule und im darauffolgenden Jahr besucht eine Gruppe Herderschüler die Puschkinschule. Die Gruppen setzen sich auf beiden Seiten aus Schülern unterschiedlicher Jahrgänge zusammen, es handelt sich also nicht um einen klassenweisen Austausch.

Vordringliches Ziel des Austauschs ist es, Kultur und Lebensweise des jeweiligen Gastlandes kennen zu lernen, für die russischen Schüler ist auch die Vertiefung der Sprachkenntnisse wichtig. Seit dem Jahr 2007 werden von den Schülern gemeinsam Projekte erarbeitet; so haben sich die Schüler bereits mit den Themen Bildung und Ausbildung‚ Theater, Sport, Medien und moderne Kunst befasst. In diesem Jahr ist das Projektthema „Moderne Technologien“.

Zwischen Tradition und Moderne – Eindrücke aus Jaroslawl

Eindrücke und Erlebnisse von Schülern des Austauschs mit Jaroslawl
Seit 23 Jahren besteht nun schon eine Partnerschaft zwischen der Puschkinschule in Jaroslawl und der Herderschule in Kassel. Diesen Herbst war es wieder soweit: eine Gruppe von 15 Schülern der Herderschule besuchte Jaroslawl in Russland, 8 Tage lebten sie in Gastfamilien und bekamen so einen Eindruck vom russischen Alltag.

In Jaroslawl trafen die Schüler auf starke Gegensätze zwischen der westlichen Moderne und russischer Tradition. Dies spiegelte sich vor allem in den Kirchen wider. Mit ihren geschmückten Türmen hinterließen sie bei allen einen bleibenden Eindruck. Im Gegensatz dazu standen die schlicht gehaltenen Wohnungen, die einen komplett anderen Lebensstandard aufzeigten, als in Deutschland. Doch auch die Mentalität der Gastfamilien beeindruckte die Schüler. Alle Teilnehmer sprachen von großer Gastfreundlichkeit und Fürsorge ihnen gegenüber und hatten einen sehr positiven Eindruck von den Gastfamilien.

Um noch mehr von Russland zu sehen, besuchte die Gruppe Moskau, das Museum der Kosmonautik in Jaroslawl und auch den Sportkomplex in Demino am Stausee. Der letzte Ausflug war Teil des übergreifenden Themas „Sport“ der letzten beiden Besuche. In Moskau besuchten die Herderschüler unter anderem den Kreml, wo sich auch wieder der starke Kontrast zwischen Moderne und Tradition offenbarte.

Der letzte Abend wurde mit verschiedenen Vorträgen, Liedern und Gedichten gestaltet und rundete somit den Besuch in Jaroslawl ab. Alle Austauschschüler zeigten sich sehr beeindruckt vom russischen Leben und Lebensstandard. Viele deutsche und russische Schüler halten auch weiterhin Kontakt und werden sich auch das nächste Mal wieder gegenseitig besuchen.

Text „Zwischen Tradition und Moderne“ von Julia Hahm

USA-Austausch

USA – Friendship Connection

Durch das „Friendship Connection“ Programm bietet die Herderschule jedes Jahr interessierten Schülerinnen und Schülern über die Osterferien einen vierwöchigen USA-Aufenthalt in einer Gastfamilie an mit Gegenbesuch im Sommer.

Frankreich-Austausch

Austausch mit Toul in Lothringen

Die Herderschule bietet ihren Schülerinnen und Schülern der E-Phase und der Q2 die Möglichkeit im Frühjahr zwei Wochen in der sympathischen Kleinstadt Toul, nahe Nancy, zu verbringen. Der Rückbesuch findet im Folgejahr statt doch häufig dauert es bis zum Wiedersehen nicht so lange, da private Treffen und individuelle Besuche dazu beitragen, dass dauerhafte deutsch-französische Freundschaften entstehen. Unser Austausch findet in Kooperation mit der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule und Jakob-Grimm-Schule statt.

L’est Républicain – Samstag, 19. März 2016

Deutsch-französische Freizeitaktivitäten in der Buga im Mai 2017

Tagesausflug nach Metz


Am letzten Tag unseres Austauschs haben wir gemeinsam mit unseren französischen Austauschpartnern einen Tagesausflug nach Metz gemacht. Metz ist die Hauptstadt von Lothringen und ist ungefähr eine Stunde von Toul entfernt. Nach unserer Ankunft haben wir die Kathedrale Saint – Étienne besichtigt, die zwischen 1220 und 1520 im Stil der Gothik erbaut wurde. In der Kathedrale gibt es viele bunte Fenster, die zum Teil von dem berühmten Künstler Marc Chagall entworfen wurden. Vor allem bei dem schönen Wetter, das wir den Großteil unseres Austauschs genießen durften, warfen die Fenster sehr schönes Licht in die Kathedrale. Um 11 Uhr hatten wir eine Führung in dem zeitgenössischem Museum FRAC (Fonds Régional d’Art Contemporain). Während unseres Aufenthalts wurde die Ausstellung „Vous me rappelez quelqu’un“ (Sie erinnern mich an jemanden) gezeigt. Da es sich bei der Ausstellung um Objekte handelte sollten wir zunächst einige Kunstwerke mit anderen Objekten verknüpfen. Anschließend hat uns die Führerin zum Nachdenken und Interpretieren der Kunstwerke angeregt. Nach dem Museumsbesuch hatten wir einige Stunden Freizeit, in denen man die Stadt besichtigen, eine Rallye machen oder shoppen gehen konnte. Dies war sehr praktisch, da man noch letzte Besorgungen machen oder Geschenke kaufen konnte. Natürlich haben wir die letzten Stunden auch noch mit unseren Austauschpartnern genossen. Gegen 16 Uhr ging dann unser letzter Tag zu Ende.

Text: Magali et Paula

Cathedrale Saint Étienne de Metz – Marc Chagall-Fenster

Der erste Tag an der Schule

Nachdem wir am Sonntagabend ankamen, in den Familien mit einem späten, ausgiebigen Abendessen begrüßt wurden und unseren ersten Abend mit den Corres, Eltern und Geschwistern verbracht hatten, gab es am Montag morgen in der Schule ein typisch französisches Petit-déjeuner mit Crossaints und Pains au chocolat. Nachher erfuhr ich allerdings von meiner Austauschpartnerin (und stellte es dann auch jeden Morgen selbst fest), dass das gar nicht so typisch ist (Das mit dem Baguette aber schon; und beides ist hier so viel besser als in Deutschland!).
Danach ging es ab in den Unterricht. Manche unserer Austauschpartner haben Stunden wie Mathe oder Geschichte auf Deutsch, wo wir dann direkt mitmachen konnten. Die meiste Zeit saßen wir aber mit an den Tischen und folgten mehr oder weniger still dem Unterricht. Das Verhältnis der Lehrer zu den Schülern war relativ locker und die Stunden liefen entspannt ab.
Statt bis 17.30 im Unterricht zu sitzen, hatten die Franzosen eine Rallye für den Nachmittag vorbereitet. Quer über das Schulgelände und hetzend durch die Gebäude folgten wir den vom versprochenen Preis motivieren Franzosen und erkundeten im Schnelldurchlauf das Schulgelände. Danach gab es erstmal einen Beutel französischer Leckereien als Belohnung und weil noch Zeit blieb, da alle die Rallye so schnell gemeistert hatten, verbrachten wir den Rest des Nachmittags mit Ballspielen auf dem nahe gelegenen Sportplatz.

Bericht vom Wochenende 14. – 15. 04.2018

Morgens um 10.00 Uhr wurden ich und meine Austauschpartnerin von einer tollen Party des Vorabends abgeholt, da es allerdings eine sehr kurze Nacht war, haben wir erstmal die nächsten Stunden damit verbracht, unseren Schlaf nachzuholen.
Als auch wir dann endlich gegen 14.00 Uhr ausgeschlafen und mit guter Laune in den Tag gestartet sind, haben wir zunächst das Mittagessen bei den Großeltern genossen. Es gab Fleisch mit Kartoffeln und Gemüse, Salat, Apfelkuchen und natürlich ganz viel Baguette und Käse. Es war mal wieder ein super köstliches, nettes und sehr unterhaltsames französisches Mittagessen.
Mit vollen Mägen machten wir uns auf dem Weg ins Zentrum von Toul, um ein paar Freunde und auch französische Austauschpartner beim Handball anzufeuern. Es war total schön zu sehen, wie viele Klassenkameraden und Freunde der Spielerinnen bei einem normalen Handballspiel zum Anfeuern da waren. Das tollste war auf alle Fälle, dass unsere Mannschaft trotz der Vermutung zu verlieren ein Unentschieden erzielte.
Diese gute Stimmung hielt noch sehr lange an, und deshalb entschieden wir uns kurzfristig unseren Abend nicht alleine zu verbringen, sondern zu 6 (drei Deutsche und drei Franzosen) bei selbst gemachten Crêpes und einem spontanen Kinobesuch ausklingen zu lassen. Dass der Film auf Französisch lief, war für uns kein Problem, denn die grobe Geschichte konnte man auch ohne große französisch Kenntnisse verstehen und Szenen, die wir nicht verstanden haben, wurden uns schnell von unseren Austauschpartnern übersetzt.
Am Abend fiel ich dann todmüde ins Bett und schlief am nächsten Tag bis um 11:00 Uhr aus. Ich wurde schon an einem reich gedeckten Tisch erwartet ,und während der Besprechung des Tages schlug ich mir mit leckerem Essen dem Magen voll. Leider musste ich den Tag ohne meine Austauschpartnerin verbringen, denn sie hatte ein Basketballspiel außerhalb der Stadt und die lange Fahrzeit wäre für mich zu langweilig gewesen.
Den Tag habe ich deshalb mit anderen Deutschen und deren Austauschpartnern in Nancy verbracht. Das Wetter sowie die Stimmung waren wunderschön. Neben Shoppen und einem leckerem Eis sind wir durch die Stadt geschlendert und haben sie uns angeschaut. In Nancy hat mir vor allem der große Park gut gefallen. Neben dem kleinen Tierpark mit Affen, Ziegen und Pfauen gab es immer wieder kleine Sportplätze auf denen viele Jugendliche Basketball und Fußball gespielt haben.
Nach der einstündigen Rückfahrt, bei der wir alle geschlafen haben, sind wir pünktlich zum Abendessen angekommen. Wir haben draußen Quiche, sowie einen leckeren Salat gegessen und dabei über den Tag geredet. Das gute Wetter haben wir dann noch für eine Runde Tischtennis ausgenutzt und natürlich auch für ein weiteres großes Eis. Als es dann draußen frisch wurde, haben wir drinnen weiter Gesellschaftsspiele gespielt.
Um 23:00 Uhr bin ich glücklich und zufrieden ins Bett gefallen und habe von dem tollen Austausch geträumt :).

Rathaus von Nancy

Verdun

Vom 08.03.16 – 22.03.16 fand ein Austausch zwischen einer französischen Schule aus Toul (Lycee Louis Majorelle) und drei Kasseler Schulen (Lichtenberggymnasium, Jakob-Grimm-Schule, Herderschule) statt. Neben einigen Ausflügen bspw. in die Weltmetropole Paris stand für uns auch eine Fahrt zum geschichtsträchtigen Ort Verdun auf dem Programm. In der 1. Woche am Donnerstag versammelten wir uns um 8 Uhr an der Schule um gemeinsam die zwei Stunden Fahrt anzutreten. Unsere fröhlichen Unterhaltungen verstummten langsam umso näher wir dem Ort kamen. Nach und nach legte sich eine bedrückte Stimmung über den Bus, denn jeder von uns wusste was sich hier zugetragen hatte: Die schlimmste Schlacht zwischen den Deutschen und Franzosen im ersten Weltkrieg. Doch die eigentliche Schlacht trug sich nicht direkt in Verdun, sondern einige Kilometer weiter in Vauquois zu.
Bei der Ankunft wurden wir dort in zwei Gruppen geteilt: Eine begab sich, mit Taschenlampen und Helmen bewaffnet, in die unterirdischen Schützengräben, während die anderen durch die zerbombte Landschaft wanderte. Es war für uns kaum vorstellbar, dass die deutschen Soldaten monatelang in diesen dunklen Gängen hausten, wo wir kaum aufrecht stehen konnten und dass die Bomben große Krater hinterließen wo heute niemals mehr etwas wachsen wird. Nach einer kurzen Essenspause ging es gleich weiter zu unserem nächsten Stopp: Einem deutschen Soldatenfriedhof. Hier reihten sich hunderte von schwarzen Kreuzen aneinander. Schwarz auf den deutschen Friedhöfen und weiß auf den französischen und amerikanischen.
Schließlich gelangten wir zur letzten Station unseres Ausflugs: Dem Beinhaus von Douaumont.
Nach all der Trauer und Bedrückung der letzten Stunden, erwartete uns hier ein Zeichen des Friedens. Ein Gebäude geformt wie ein in den Boden gestecktes Schwert und ein Eingang den man unter der Überschrift Pax (Frieden) betritt. So befinden sich dort in einem großen Kellergewölbe die Gebeine deutscher und französischer Soldaten, die nicht identifiziert werden konnten. Von außen blickten wir auf sie herab.
Familienmitglieder der nicht gefundenen, gefallenen Soldaten können hier auch Gedenktafeln in die Decke meißeln lassen. Unter den bis dato ausschließlich französischen Tafeln, befindet sich mittlerweile auch eine deutsche und man hofft, dass noch mehr dazukommen.
Letztendlich gab uns unser Touristenführer noch die Geschichte von Mitterrand und Kohl auf den Weg: Die beiden damaligen Staatsoberhäupter gedachten hier den Toten, die der 1. Weltkrieg forderte, gaben sich die Hand und erklärten: „ Wir haben uns versöhnt, wir haben uns verständigt, wir sind Freunde geworden.“
Schließlich verabschiedeten wir uns von ihm und stiegen in den Bus, um die Rückfahrt nach Toul anzutreten.
Abschließend können wir sagen, dass es eine wertvolle Erfahrung war, da so die nüchternen Fakten des Geschichtsunterrichts mit praktischen Erlebnissen untermalt wurden.
Auch wir zollen den Soldaten beider Seiten unseren Respekt.

Beinhaus von Verdun