„Sport im Nationalsozialismus“ war das Thema beim diesjährigen Holocaustgedenktag im Januar.
Weil durch starken Schneefall viele Gäste und auch der Referent nicht kommen konnten, wurde das
Thema im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Herder lädt ein“ erneut aufgegriffen.
Im Zentrum stand der Vortrag des Sporthistorikers Dr. Henry Wahlig, der beim Deutschen
Fußballmuseum in Dortmund für das Kultur- und Veranstaltungsprogramm verantwortlich ist.

Vor ca. 80 Gästen, vor allem Schülerinnen und Schülern des 13. Jahrgangs, führte er Entwicklungen des
deutschen Sports von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis hin in die frühe Nachkriegszeit aus.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Ausgrenzung von jüdischen Sportlerinnen und Sportlern ab 1933.
So ergriffen Sportvereine gleich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in
vorauseilendem Gehorsam und in Anpassung an die NS-Ideologie die Initiative, ihre jüdischen
Mitglieder zu verdrängen und auszuschließen. Das NS-Regime selbst konnte sich zurückhalten, galt es
doch, im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 den Eindruck offener Menschenfeindlichkeit zu
vermeiden.
Der beeindruckende und anschauliche Vortrag von Dr. Wahlig wurde begleitet von zwei kurzen
Impulsreferaten. Jürgen Fischer, Vorsitzender des Geschichtsvereins Kassel und ehemaliger Stellv.
Schulleiter der Eichendorff-Schule, gab Einblicke in die sportliche Praxis in der NS-Zeit.
Saphira Jeltsch und Anouk Sprenger präsentierten die Ergebnisse eigener Nachforschungen zum Lokalsport im
Landkreis Kassel, die das Vorbereitungsteam des 13. Jahrgangs für den Holocaustgedenktag
angestellt hatte. Melina Wagner und Samuel Andrecht moderierten die sich anschließende Diskussion.

Landrat Andreas Siebert würdigte in seinem Grußwort die Arbeit und das Engagement der
Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte, die im Geschichtsunterricht und über den Unterricht
hinaus wichtige Beiträge zur Stärkung der Demokratie leisteten.

Text: Dr. Axel Wunderlich
Fotos: Thomas Wahren