- Podiumsdiskussion zum Thema "Sport und Gesundheit" -

Anlässlich der Festwoche ''60 Jahre Herderschule'' fand am Dienstag, den 07.07.2015, eine Podiumsdiskussion zum Thema Sport und Gesundheit in der Aula der Herderschule Kassel statt.

Geladen waren Katrin Tepel (Physiotherapeutin), Dr. Hubert Rühlmann (Sportmediziner und Orthopäde im Bereich Leistungssport), Stefanie Holzhauer (Kultusministerium und Staatliches Schulamt) und Kristina Isermann (Universität Kassel).

Die Diskussion wurde geführt von Paul Bösl (Sportlehrer der Herderschule Kassel), der selbst im Leistungssportbereich Badminton aktiv ist und André Schnegelsberg, Schulsportleiter der Herderschule und ehemaliger Sporttherapeut.

Nachdem ca. 110 Schüler, Lehrer und Interessierte um 18:00 Uhr den Weg in die Herderschule gefunden haben, eröffnete Herr Schnegelsberg die Diskussion mit der These, dass Bewegung schlau mache.

Besonders Dr. Rühlmann konnte Herrn Schnegelsberg aus eigener Erfahrung zustimmen. Während der Prüfungszeit in seinem Studium trieb er oft Sport, um anschließen den ‘‘Kopf wieder frei zubekommen, um weiter zu lernen‘‘.

‘‘Sport macht schlau, wenn ich variiere und experimentiere.‘‘ Man solle flexibel in der Schule sein und alle Körperteile trainieren.

Stefanie Holzhauer erwähnte in diesem Kontext das ‘‘ Projekt Schnecke-Bildung braucht Gesundheit‘‘. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministeriums durchgeführt und belegt, dass Kinder häufig von Gleichgewichtsstörungen betroffen sind. Das hat Auswirkungen auf das Lernen. Des Weiteren kritisierte sie, dass es heutzutage große Defizite bei Kindern im Grunschulalter gibt. Viele können weder schwimmen, noch Fahrrad fahren.

 

Kristina Isermann bezog sich nach dieser Aussage auf die Tatsache, dass 15% aller Kinder übergewichtig sind. Sie bezeichnet den Sport als ‘‘Universalmedikament.‘‘ Jedoch sei die Dosierung wichtig. ‘‘Viel ist nicht viel‘‘, lautet ihr Motto. Man solle Sport in sein Leben integrieren, jedoch auf ärztliche Kontrolle und trainingswissenschaftliche Unterstützung achten.

 Herr Schnegelsberg sprach daraufhin den ‘‘Fitnesshype‘‘ an. Er bezieht sich dabei auf eine steigende Anzahl an Jugendlichen, die Sportstudios aufsuchen, welche mittlerweile fast an jeder Straße zu finden sind.

 Katrin Tepel ist der Meinung, dass in den Fitnessstudios die Betreuung auf den Trainingsflächen nicht ausreichend sei. Zwar gebe es für jeden Sportler einen individuellen Traininigsplan, jedoch könne man alle Übungen, nach lediglich einmal durchführen mit Begleitung, nicht immer richtig umsetzen. Daraufhin klagen viele Sportler über Schmerzen.

Eine Balance aus Kraft und Ausdauer sei das Beste für den Körper. Der Umgang mit dem eigenen Körper solle bereits im Grundschulalter erlernt werden.

Dr. Rühlmann führt die Diskussion weiter, indem er eine Maschine mit einem Körper verglich. ‘‘Ein Körper, sowie eine Maschine muss regelmäßig gewartet werden. Sport ist eine Grundvoraussetzung für das Leben. ‘‘ Jedoch kritisierte er die Hochleistungssportler, die es regelrecht übertreiben und früh unter Arthrose leiden. Jede Krankheit bräuchte seine spezielle Sportart.

‘‘Betreuung und Gesundheitscheck sind wichtig, solange kein Schaden entsteht.‘‘

Katrin Tepel ist in der Zeit vor dem Kassel Marathon aufgefallen, dass vor allem in dieser Zeit viele Anmeldungen im Bereich Physiotherapie eingehen. Viele Sportler, die zu schnell ihre Intensität erhöht haben, klagen nun über Schmerzen in Schulter- oder Rückenbereich.

Nach einigen Fragen aus dem Publikum wurde die Diskussion erfolgreich um 19:30 Uhr beendet.

Der Sport Leistungskurs (12) von Herrn Bösl war für den Aufbau und die Getränkeversorgung zuständig.

 von Natalie Smoydzin und Anissa Henkel (Jahrgang 12), Bilder: Schimmelpfennig