Das Projekt "55 Jahre Herderschule - eine fotografische Spurensuche" nahm zwei Elemente in den Blick. Zum Einen den architektonischen Kontext, in dem die Herderschule entstanden ist. Wie und warum wurde
nach dem Krieg so gebaut? Was war typisch? Ist das schön?

Zum Anderen beschäftigten wir uns mit den Grundlagen der Architekturfotografie. Kein anderes Medium kann das Aussehen und die Wirkung eines Gebäudes besser transportieren als eine gelungene Architekturaufnahme. Dabei ging es in erster Linie um Bildaussage und Bildkomposition verbunden mit fototechnischen Erklärungen, weniger um Nachbearbeitung.

von Thomas Wahren

 

Kassel 1955

Während unserer Projektwoche haben wir uns, unter Leitung von Herrn Wahren, Herrn Schreiber und Herrn Kählich, auf eine fotografische Spurensuche begeben. Wir, die zwölf Schüler/innen des Projekts, haben uns zunächst in fünf Gruppen eingeteilt. Am ersten Tag beschäftigten wir uns mit den Möglichkeiten, die unsere Kameras uns bieten, aber auch mit der Geschichte der Fotografie. Um dem Thema 60 Jahre Herderschule gerecht zu werden, recherchierten wir dann nach Gebäuden, welche zwischen 1953 und 1957 erbaut wurden. Es entstand eine lange Liste, von der wir die Treppenstraße, den Hauptbahnhof und das Hotel Hessenland verpflichtend fotografieren sollten. Außerdem musste jede Gruppe noch drei weitere architektonische Meisterwerke der Liste ablichten. Hausaufgabe war es, drei beliebige Gebäude aufzunehmen, um diese dann Dienstagmorgen zusammen besprechen zu können. Danach zogen wir in Kleingruppen los und verbrachten den Tag damit Kassels Schönheit in unseren Fotos darzustellen. Als besonderes Highlight stellte sich das Hotel Hessenland heraus. Mittwoch verglichen wir unsere Ergebnisse vom Vortag und sprachen über Gestaltungsmöglichkeiten eines gelungenen Bildes. Außerdem schauten wir eine Dokumentation über die Zerstörung Kassels im Oktober 1942. Aus dem daraus folgendem Wiederaufbau stammen die meisten Gebäude der Innenstadt. Erneut bekamen wir eine Hausaufgabe. Jede Gruppe zog zwei Karten und nach den dort vorgegebenen Stilmitteln und Themen sollten drei Fotos entstehen. Am Donnerstag besprachen wir diese und danach hatte jede Gruppe die Möglichkeit frei zu arbeiten. Mit dem von Herrn Wahren mitgebrachten Zubehör konnten wir Makrofotografie, Filter oder andere Kreativtechniken ausprobieren. Der letzte Tag unseres Projekts bestand aus entweder Porträtfotografie oder dem in Szene setzten der Herderschule. Letztlich war dieses Projekt definitiv ein gelungenes, bei dem wir nicht nur viel über Digitale -, sondern auch über Analoge Fotografie gelernt haben. Fragen jeglicher Art wurden uns beantwortet und unser Auge für „gelungene“ Bilder geschärft. von Johanna Koch und Anna Weymann