Die Mensa der Herderschule war für 90 Minuten das Steintal, als der Schauspieler Christian Wirmer am 16. April dort Büchners „Lenz“ szenisch präsentierte. Alle Deutschkurse der Q2, mehr als 200 Schülerinnen und Schüler, waren anwesend. Alle hatten Büchners Erzählung „Lenz“ im Deutschunterricht gelesen. Unter den Zuschauern befanden sich als Gäste aus dem Staatstheater Kassel auch Markus Dietz, Oberspielleiter des Schauspiels, und Dieter Klinge, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters.

Auf einer kleinen Bühne, die sich sehr bald um den ganzen Raum erweitern sollte, bot Christian Wirmer eine spannende Aufführung der bislang im Deutschunterricht deutlich unspektakulärer vernommenen Novelle. Eine Textfassung, weitere Schauspieler oder Requisiten (abgesehen von einem Stuhl) suchte man während der eindrucksvollen Vorstellung vergebens.

Die wörtliche Wiedergabe des Textes, war optisch minimalistisch und dennoch unfassbar ausdrucksstark, sodass sich die Schüler, besser als durch die Lektüre, ein umfassendes Bild von der Situation des Protagonisten machen konnten. Besonders die schizophrenen Anfälle des Jakob Michael Reinhold Lenz waren anhand der großartigen schauspielerischen Leistung nahezu empathisch nachvollziehbar.

Dr. Otto Rößer hatte Christian Wirmer in die Herderschule eingeladen und die Veranstaltung organisiert. Für den in Darmstadt lebenden Schauspieler war es die 91. Aufführung seines Schauspielermonologes zu „Büchners „Lenz“, die er  an den unterschiedlichsten Orten und Institutionen spielt (u.a. Theater, Schule, Atelier, Museum, Kirche, Psychiatrie). Sein Prinzip ist dabei immer die Einbeziehung des jeweiligen Raumes. Jedes Engagement bringt ihn weiter durch neue Erfahrungen und Herausforderungen.

Weitere Informationen und Kontakt zu Schauspieler Christian Wirmer auf seiner Homepage: www.christianwirmer.de .


von Noah Lange (Q2), Fotos von Alexander Bock (E2)