1. 1.  Schüleraustausch – immer eine gute Wahl

Seien wir mal ehrlich, wenn man in den Urlaub fährt, so sieht man vom Urlaubsland oft die Hauptattraktionen, die Shoppingmalls, die Schwimmbäder und - wenn vorhanden -  das Meer. Der Kontakt mit den „ Einheimischen“ begrenzt sich auf das Einkaufen im Supermarkt oder auf die Angestellten im Hotel. Das ist bei einem Schüleraustausch ganz anders. Durch das festgelegte Programm sieht man zwar auch alle Attraktionen, aber darüber hinaus  lernt man die  Menschen in ihrem Alltag kennen. Im besten Fall entstehen Freundschaften, die noch weit über den Austausch hinausgehen.

 

2. Wer fährt denn schon nach Russland? Das wurde ich im Vorfeld oft gefragt. Ich finde, dass es eine

              große Chance ist, mit dem Schüleraustausch in ein Land zu reisen, dass normalerweise nicht zu

              den Top-Reisezielen zählt.  Gerade jetzt, wo die politische Lage angespannt ist, bedeutet es mir

              viel, dass ich eine Chance hatte, mir ein eigenes Bild zu machen und Menschen zu begegnen.

 

3. Kultur hautnah – das Programm des Austausches ist abwechslungsreich und hat mir deutlich

              gemacht, wo Parallelen, aber auch wo große Unterschiede zu unserem Leben in Deutschland  

              sind. Erstaunlich war zum Beispiel der Zustand mancher Autos, die auf den Straßen unterwegs

              waren. Wer hätte gedacht, dass die Jungen mit Krawatte und Sakko in die Schule kommen und

              die meisten Mädchen in Kleidern am Unterricht teilnehmen.

 

4. Prijatnogoapetita!(Guten Appetit!)-  Wer seinen Tag gerne schon mit Omelette oder Wiener Schnitzel

              beginnt und auch sonst nichts dagegen hat , wenn mehrmals am Tag warm gegessen wird, der ist

              in Russland gut aufgehoben. Die russische Küche ist meiner Meinung nach sehr lecker, herzhaft

              und abwechslungsreich. Es lohnt sich Dinge zu probieren, die es bei uns so nicht gibt,

              z.B. Pelminis…

 

5. Seit ich in Jaroslawl war, habe ich ein neues Verständnis von Gastfreundschaft. Obwohl ich völlig

             fremd  war und kein Wort Russisch sprach, bin ich von der ganzen Familie sehr herzlich

             aufgenommen  worden. Die Menschen, denen ich begegnet bin, waren sehr großzügig und

             zuvorkommend. Ich hoffe, dass ich noch einmal nach Jaroslawl reisen kann – Einladungen  zum

             Wiederkommen gab es mehr als genug.

 

6. Schüleraustausch ist kein Urlaub  -  die Tage waren intensiv und mit dem Programm und all den

             Unternehmungen oft auch anstrengend. Aber es war mehr als ein Blick durch ein Fenster in ein

             fremdes Land -  es war ein freundliches Willkommen mit offenen Türen.

 

Text: Marie Kristin Kühn (Q3, Jahrgang 13)