Schizophrenie als Krankheitsbild und in der Literatur
Vortrag von Prof. Dr. Ohlmeier an der Herderschule Kassel

Bereits um 7.45 Uhr fanden sich die Schüler und Schülerinnen der 12. Klasse in der Mensa der Herderschule ein. Dort wurde Prof. Dr. Martin D. Ohlmeier, Klinikdirektor des Ludwig-Noll-Krankenhauses in Kassel, erwartet, der einen Vortrag zum Krankheitsbild der Schizophrenie mit Bezügen zu Georg Büchners „Lenz“ halten sollte. Die Erzählung „Lenz“, die Pflichtlektüre in der Oberstufe ist, handelt von dem Schriftsteller Lenz, bei dem sich zunehmend die Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigen, die sich aus medizinischer Sicht als Schizophrenie diagnostizieren lässt.
Der Referent Prof. Ohlmeier schaffte es, mit seiner klaren Vortragsweise und einer durchdachten Power-Point-Präsentation, die eine große Themenvielfalt aufzeigte, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Die Krankheit Schizophrenie, von der der Laie oftmals nur eine einseitige, ja sogar falsche Vorstellung hat, wurde ausführlich erklärt und es folgte eine gelungene Verknüpfung mit Büchners Erzählung „Lenz“ und seinem Leben. Er war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Arzt. Darüber hinaus wurde ein Ausschnitt aus dem Film „Das weiße Rauschen“ von Hans Weingartner gezeigt, in dem ein junger Mann zunehmend an psychotischen Zuständen leidet. Die Information, dass Psychosen auch durch Drogen wie Cannabis ausgelöst werden können, war für die meisten Schüler und Schülerinnen neu und führte zu einem gesteigerten Interesse an der Thematik, das sich auch in den Nachfragen in der abschließenden Fragerunde des äußerst gelungenen und informativen Vortrages zeigte.

Text: Daniel Steinhardt (Jahrgang 12)