Kurt Meyers Auseinandersetzung mit seinem Vater „Panzer-Meyer“, Generalmajor der Waffen-SS

Unsere Abiturienten haben sich beim Holocaust-Gedenktag im Bürgersaal des Rathauses glänzend präsentiert und erhielten vom Oberbürgermeister großes Lob für ihr Engagement. Der Gastreferent Kurt Meyer konnte mit seinem Vortrag die Zuhörer fesseln. Wir bekamen eine bewegende Familiengeschichte zu hören, die geprägt war von einem spannungsreichen Vater/Sohn Verhältnis, wie es in der deutschen Geschichte oft vorkam. Kurt Meyer verwies auf Friedrich den Großen und auch den Filmschauspieler Götz George, die auch ein Leben lang sich mit ihren autoritären Vätern auseinandersetzten. Kurt Meyer betonte, dass unter Adenauer in der Nachkriegszeit zwar viele Mitläufer und alte Nazis integriert wurden, dafür aber in den Familien die Konflikte umso heftiger ausbrachen. Er selbst hat erst mit 50 Jahren begonnen, diese Auseinandersetzung zu führen und in einem Buch nieder zu schreiben. Kurt Meyer betonte, dass er gern in Hessen lebt und begründete dies mit seinen Erfahrungen im Studium in Marburg, wo er von den Professoren Wolfgang Abendroth und Reinhard Kühnl stark geprägt wurde. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf den mutigen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der im Jahr 1963 die Auschwitz-Prozesse führte. Aber auch Kassel erwähnte er, wo in den 20er Jahren am Wilhelmsgymnasium nicht nur der spätere Blutrichter und Vorsitzende des Volksgerichtshofs Roland Freisler zur Schule ging, sondern auch der später hingerichtete Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz.

Der Radiosender hr info berichtete am 27.1. und die HNA am 28.1. über unsere Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag.