Carin Grudda, freischaffende Künstlerin und ehemalige Herderschülerin, führt Schüler und Schülerinnen über ihre Ausstellung in Gudensberg. Es war eine besondere Begegnung zwischen der renommierten Künstlerin und den 16 Kunst-LeistungskursschülerInnen. Carin Grudda erzählt: "Mein damaliger Kunstlehrer hat mir empfohlen, ich solle ja nie einen Pinsel in die Hand nehmen!" Zum Glück hat sie diese Empfehlung nicht ernst genommen. Nach einem Philosophie- und Kunstgeschichtsstudium ist sie durch eine Reihe von Zufällen doch wieder zur Praxis zurückgekommen. Sie arbeitet meist sehr großformatig, formt Plastiken aus Tonnen von Ton, malt und hat vor einigen Jahren die Kaltnadelradierung für sich entdeckt. "Bevor ich eine Kupferplatte bearbeite, schleudere ich sie erst einmal über den Asphalt und springe darauf herum!" Die SchülerInnen schmunzeln, Carin Grudda erklärt weiter: "Der Zufall spielt in meiner Arbeit eine wesentliche Rolle, aus den zufälligen Linien sehe ich meine Formen heraus." Ihr ganzes Werk sprüht vor Energie und Lebensfreude. Ihr Lebensmotto ist: "Öfter mal inne halten, selbstvergessen, so wie das im Spiel gelingt und in der Liebe, lässt die Zeit still stehen für einen Augenblick. Damit entkommen wir unserer Endlichkeit." Einer Ihrer größten künstlerischen Erfolge war 2011 die Einladung zur Teilnahme an der Biennale in Venedig und auch sonst blickt sie auf eine Vielzahl bedeutender Ausstellungen zurück. In vielen Städten der Welt stehen ihre Plastiken. Die Führung durch ihre Gudensberger Ausstellung gestaltet Carin Grudda voller Elan spannend und humorvoll. Alle lauschen ihr gebannt. Am Ende sind sich die SchülerInnen und ihre Kurslehrerin einig, sie hat es geschafft, die Zeit uns einen Moment vergessen zu lassen. Carin Grudda verabschiedet die Klasse mit einem kleinen Geschenk, einer signierten Tasse, auf der eine Zeichnung von ihr zu sehen ist und dem Versprechen, dass sie uns beim nächsten Mal in ihrer alten Schule besuchen kommt. Wir freuen uns jetzt schon auf ihren Besuch. von Annke Siewierski