Am 28.08.2013 fand in der Mensa der Herderschule eine Podiumsdiskussion zu den kommenden Wahlen zum Hessischen Landtag und zum Bundestag statt. Die Veranstaltung wurde von den beiden PoWi-LKs Kutz und Woodhouse gestaltet. Alle im Bundestag vertretenen Parteien waren eingeladen.

 

 

Hallo Berlin!“ – Herderschüler diskutieren mit Politikern

 

Beobachtungen zur Podiumsdiskussion von zwei Schüler der POWI-Leistungskurse Kutz und Woodhouse

 

Johannes Moosbühler (Jahrgang 13 /Q 3) berichtet:

 

Mit großer Erwartung eröffneten die zwei Politikwissenschaftskurse unter der Begleitung von Frau Kutz und Frau Woodhouse am 28.08.2013 um 15.30 Uhr die Podiumsdiskussion in der Herderschule Kassel mit den Parteivertreter/innen der CDU (Jörg Hildebrandt , SPD (Ulrike Gottschalk), FDP (Matthias Nölke) GRÜNE (Karin Müller) und der LINKEN (Norbert Domes). Das Ziel der Diskussionsrunde war die Wahlorientierung der Jung- und Neuwähler für die anstehende Bundeswahl.

 

Die musikalische Begrüßung mit „Hallo Berlin“ der „Wise Guys“ stimmte die Schüler/innen die Politiker auf die anstehenden Fragen ein. Das Einstiegsthema lautete: „Politikverdrossenheit, heute?“ Ob ein Urnengang sinnvoll sei, beantworteten alle Politiker mit einer sonst unüblichen einstimmigen Zustimmung.

 

Wer nicht Politik macht, mit dem wird sie gemacht,“ lautete die Aussage eines Parteivertreters. Das Publikum, das mit voller Aufmerksamkeit den vier Teilnehmern zuhörte, bezog vor allem kritisch Stellung zu der NSA-Datenaffäre, was zu anregenden Wortgefechten führte. Aussagen wie: “Man ist ausschließlich selbst verantwortlich für persönliche Daten“, trafen auf vehementen Widerspruch der Schüler/innen.

 

Auch in der Bildungspolitik herrschten Meinungsdifferenzen. Das dreigliedrige Schulsystem schien mit überzeugender Mehrheit dem Publikum, aber auch manchem Politiker der Grünen und der FDPveraltet. Die Forderung der „grünen“ Partei, ein Schulsystem länderübergreifend und parteienunabhängig zu entwerfen, erhielt Applaus. Eine daraus resultierende Debatte über die Finanzierung der Bildungsinstitutionen, offenbarte verschiedene Ansichten der jeweiligen Parteien. Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik wie Themen der Agenda 2010, die Schuldenkrise und die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb Deutschlands waren weitere zentrale Punkte.

 

Sehr kontrovers diskutierten die Politiker auch das Flughafen-Millionenprojekt Kassel-Calden. Zu bedenken gaben alle Politiker, dass dieses Projekt zu wesentlichen infrastrukturellen Verbesserung sowie zu neuen Arbeitsplätze in der Region Kassel führte. Als besonders interessantes Thema war die Frage: Ist eine Militärbeteiligung Deutschlands mit seinen Verbündeten (USA, England) in Syrien sinnvoll? Hier war die Haltung der Parteienvertreter eindeutig: Ein klares Veto zum Militäreinsatz wurde von allen Politikern ausgesprochen. Vielmehr seien diplomatische Handlungen eines UN-Mandates vorzuziehen.

 

 

Insgesamt zeichnete sich die Podiumsdiskussion als interessante, informative und meinungsbildende Veranstaltung für Jung- und Neuwähler aus, allerdings blieb auch hier das Publikum nicht von gewissen parteipolitischen Werbestrategien und typischen „Politikerfloskeln“ verschont.

 

 

 

Carolin Arbter ( Jahrgang 13 / Q3) kommentiert:

 

Mit einer Podiumsdiskussion versuchten Schülerinnen und Schüler der Herderschule am Mittwoch den 28.08.2013 PolitikerInnen aus Bund und Land auf den Zahn zu fühlen und kamen zu einem eindeutigen Ergebnis.

 

Die Politik-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 13 hatten bereits vor den

 

Sommerferien im Rahmen eines Projektes eine Diskussionsrunde vorbereitet, bei der

 

Politikerinnen und Politiker der führenden Parteien (CDU, SPD, FDP, Die Grünen, Partei DIE LINKE) geladen werden sollten, um die für viele immer ähnlicher werdenden Parteiprogramme auf Herz und Nieren zu prüfen und mögliche Unterschiede herauszufiltern.

 

Musikalisch von einem Lied der Wise Guys eingeleitet, die in ihrem Titel „Hallo Berlin“ das Phänomen der Politikverdrossenheit besingen, stellten die Schülerinnen und Schüler zunächst die kritische Frage: Weshalb überhaupt noch der Gang zur Wahlurne?

 

Ein Gefühl von politischem Stillstand schien nicht nur Jung- und Erstwähler_innen befallen zu haben und so waren die Hoffnungen des Publikums groß, das mit reger

 

Diskussionsbereitschaft und differenzierten Statements beeindruckte.

 

Die Themenfelder reichten von der NSA-Datenaffäre über die Euro- und Wirtschaftskrise, bis zu bildungspolitischen Fragen und der angespannten Lage in Syrien, doch ein politisches Streitgespräch wurde, außer im Falle der immer wieder emotionalen G8-Debatte, nicht ausgetragen.

 

Letztendlich wurde den ZuschauerInnen eine zwar geordnete und sehr gut strukturierte Debatte geboten, zu kontroversen Auseinandersetzungen wollten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien jedoch nicht so recht überreden lassen. Eine Strategie, die für diesen Wahlkampf mehr als charakteristisch ist.