Schulinternes, fächerübergreifendes BSO- Curriculum

Bereits 1990 hat die Herderschule als eine der ersten Schulen in Hessen ein Berufsorientierungskonzept für Oberstufenschülerinnen und -schüler entwickelt, das bis heute stetig erweitert und evaluiert wird. Aufgrund der besonderen Heterogenität unserer Schülerschaft, bedingt durch eine sich verändernde Gesellschaft, was sich auch in unseren verschiedenen Verbundschulen erkennen lässt, ist ein breit aufgestelltes Angebot im Bereich der Berufs- und Studien-Orientierung nötig.

Was bedeutet Berufs- und Studien-Orientierung an der Herderschule?  Zielsetzung

Bei der Berufs- und Studien-Orientierung handelt es sich in diesem Sinne um einen dynamischen Prozess, bei dem die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit erwerben sollen, sich eigenverantwortlich, persönlichkeitsgerecht und sachkundig im Berufswahlprozess entscheiden zu können. Um diesem dynamischen Prozess gerecht zu werden, ist es sinnvoll, die Berufswahlvorbereitung während der gesamten Oberstufenzeit kontinuierlich anzusprechen.

Die indirekte Berufsorientierung der einzelnen Fächer soll dabei zum Ausdruck kommen, außerschulische Lern- und Erfahrungswelten sollen erschlossen und interessierten Schülerinnen und Schülern soll die „Möglichkeit zu einem beruflichen Propädeutikum" gegeben werden.

Ziel ist es, unsere Schülerschaft für den später anstehenden Entscheidungsprozess zur Berufs- oder Studienwahl zu sensibilisieren, damit sie diesen dann auch mit geeigneten Grundlagen weitgehend selbstständig durchführen können.

Angebote zur Berufs- und Studien-Orientierung an der Herderschule

Folgende Elemente umfasst das Beratungsangebot im Bereich der Berufs- und Studien-Orientierung:

Praktika und Praxiserfahrungen (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen, §5, Abs. 9, 10)

  • Unterricht (Jahrgang Q1)

Im Fachunterricht Politik und Wirtschaft wird im 1.Halbjahr der Qualifikationsphase (Q1) der Aspekt Berufsinformation aufgegriffen. Hier können sich interessierte Schülerinnen und Schüler im Rahmen des PoWi-Unterrichts in einen Grundkurs mit dem Schwerpunkt der Berufs- und Studienorientierung einwählen. Dieser Kurs beinhaltet ein zweiwöchiges Praktikum mit Abgabe eines Praktikumsberichtes.

  • Praktikum (alle Jahrgänge)

Neben dem oben erwähnten Praktikum im Rahmen des PoWi-Unterrichts gibt es auch die Möglichkeit an weiteren freiwilligen Praktika im In- und Ausland teilzunehmen. So z.B. an einem zwei- bis dreiwöchigen Praktikum während der Sommerferien. War das Praktikum erfolgreich, können die Schülerinnen und Schüler sich dies im Abiturzeugnis vermerken lassen.

Kooperation mit der Universität Kassel (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen, §5, Abs. 4, 11)

  • Studieninformationswoche „Schnupperstudium" (Jahrgang Q1)

Angebot der Universität Kassel, eine Woche lang in einen Studiengang „hineinzuschnuppern", nach Möglichkeit in einem Studiengang der Wahl für die Schülerinnen und Schüler.

  • Hochschulinformationsveranstaltungen (alle Jahrgänge)

Von der Universität betreute allgemeine Veranstaltungen.

  • Programm „Studieren Probieren“ (Jahrgänge Q1/Q2)

Angebot zur Studienorientierung des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, bei dem Schülerinnen und Schüler des Powi-Leistungskurses für längere Zeit regelmäßig Veranstaltungen des Fachbereiches besuchen und unter Anleitung an einem wissenschaftlichen Thema arbeiten. So bekommen sie einen Einblick in das universitäre Leben.

  • Kooperationsprojekt TASK mit dem Fachbereich Sport (alle Jahrgänge)

Die Kooperation bezieht sich auf die Unterstützung und Gestaltung des Leistungs-kursunterrichts im Fach Sport. Beide Partner wollen gemeinsam dazu beitragen, dass der Leistungskursunterricht, die Vorbereitung darauf, die Arbeit mit der Studien-werkstatt Bewegungsanalyse, das wissenschaftspropädeutische Arbeiten im Sport-Leistungskurs sowie das Wissen um die Inhalte und prüfungsrelevanten Themen von Sport-Leistungskursen in der universitären Ausbildung durch diese Kooperation nachhaltig gestärkt und gefördert werden.

Kooperation mit der Agentur für Arbeit (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen, §5, Abs. 7)

  • Berufsberater in der Schule (Jahrgang Q1)

Jährlich stattfindende Informationsveranstaltung über Ausbildung und Beruf, durchgeführt durch Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit.

  • Sprechstunde des Berufsberaters in der Schule (alle Jahrgänge)

Es besteht monatlich die Möglichkeit, nach Anmeldung den Berufsberater zu festgelegten Zeiten im Tagesheim, einer Art Schülerbüro der Schule, aufzusuchen.

  • Studienfeldbezogene Beratungstests (SFBT) (Jahrgänge E2 und Q2)

Zusammen mit der Agentur für Arbeit gibt es die Möglichkeit spezifische Beratungstests durchzuführen, die an den Anforderungen verschiedener Studien-gänge orientiert sind. Die Aufgaben beinhalten fachtypische Problemstellungen aus den jeweiligen Fachgebieten (Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik/Mathematik, Philologische Studiengänge, Rechtswissenschaften).

  • Beratungen für Abiturientinnen und Abiturienten in der Agentur für Arbeit (alle Jahrgänge)

Von der Agentur für Arbeit betreute allgemeine Veranstaltungen.

Bildung und Kompetenz-Ausbildung

  • Wissenschaftspropädeutisches und berufsvorbereitendes Arbeiten im Unterricht (alle Jahrgänge)

Unterrichtliche Angebote in den Grund- und Leistungskursen

  • Unterrichtliche Profilangebote und Neigungsangebote (Arbeitsgemeinschaften) (alle Jahrgänge)

Es gibt diverse Angebote zum bilingualen Unterricht, zu den MINT-Fächern (Genlabor, NaWi-Tag), sowie verschiedene profilbildende Arbeitsgemeinschaften und Projekte (z.B. Cambridge-Zertifikat, DELF, Business English).

Begegnung mit Berufsbildern (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studien-orientierung in Schulen, §5, Abs. 3, 8)

  • Berufsinformationstag (Jahrgänge E1 und Q1 jährlich in der letzten Januarwoche)

Referentinnen und Referenten aus Wirtschaft, Hochschule, Sozialbereichen und anderen Institutionen informieren gezielt über verschiedene Berufsfelder mit ihren Bildungs- oder Ausbildungsgängen.

  • Teilnahme an der Vocatium Messe Kassel (Jahrgang Q2)

Die Schülerinnen und Schüler können freiwillig an der Fachmesse für Ausbildung und Studium (Vocatium) teilnehmen.

Individuelle Beratung (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen, §5, Abs. 1, 4, 5, 6, 12)

  • Beratung durch erfahrene Lehrkräfte (alle Jahrgänge)

Die Lehrkräfte nehmen an Fortbildungen des Staatlichen Schulamtes und der Agentur für Arbeit teil, so dass die Schülerinnen und Schüler sich bei erfahrenen Lehrkräften in Einzelgesprächen (z.B. täglich im Tagesheim) oder in einer Gruppe (wöchentlich im „Hard Job C@fe", s.u.) über Studien- und Berufswahl, Auslands-aufenthalte, Stipendien und andere Fragen der Laufbahnplanung informieren können. Des Weiteren wird über Aushänge auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen.

  • „Hard Job C@fe“ als Laufbahnberatung (alle Jahrgänge)

Das „Hard Job C@fe" ist ein Beratungsangebot nach dem Vorbild der „Lernbüros" des Oberstufenkollegs Bielefeld. Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte können dabei als Berater fungieren. Bei Bedarf können auch Einzelgespräche in anderem Rahmen vereinbart werden, individuelle und grundsätzliche Fragen zu Zielsetzungen und Planung der Laufbahn jedes einzelnen Schülers werden thematisiert. Sowohl die Gestaltung der verbleibenden Schullaufbahn (Kurswahl, Arbeitsökonomie etc.) bis zum Schulabschluss als auch Studienfach- und Berufswahl werden angesprochen.

  • Bewerbungstraining (alle Jahrgänge)

Schülerinnen und Schüler in der Einführungs- und Qualifikationsphase können in der Schule an Bewerbungstrainingsprogrammen während der Projektwoche sowie während der BASIS-Stunde teilnehmen.

Systematische Einbeziehung der Eltern und Elternvertreter (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen, §5, Abs. 2)

  • Information und Einbezug der Eltern beim Elternabend (alle Jahrgänge)

Informationsweitergabe über das Konzept der Berufs- und Studien-Orientierung an der Herderschule und Ausgabe der Broschüren „Studien- und Berufswahl“

  • Einbezug der Elternschaft (alle Jahrgänge)

Gewinnung von Eltern und Ehemaligen als Referentinnen und Referenten für den Berufsinformationstag

Portfolio-Arbeit (alle Jahrgänge) (s. Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studien-orientierung in Schulen, §5, Abs. 13)

Alle Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler im Bereich BSO sollen zur Übersicht und Dokumentation in einem Portfolio gesammelt werden.

Auch hierdurch wird die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihre Berufs- und Studien-Orientierung betont und gestärkt.